Die Erbschaft ausschlagen oder nicht?

Erbe wird man von alleine. Wenn man aber nicht Erbe bleiben will, z. B. weil man die Schulden nicht erben will, kann man die Erbschaft rückwirkend ausschlagen.

Diese Erklärung muss man beim Notar oder Nachlassgericht abgeben. Achtung, die Erklärung muss innerhalb von sechs Wochen (Ausland sechs Monate) nach Kenntnis der Tatsache, dass man geerbt hat, beim Nachlassgericht eingegangen sein.

Wer nur befürchtet, der Nachlass könnte überschuldet sein, muss nicht unbedingt ausschlagen. Es gibt andere Möglichkeiten, zu vermeiden, dass man persönlich für die Schulden des Erblassers haftet. Fragen Sie einfach.

Für einen Erfall, der nach dem 01.01.2010 eintritt, kann ein Pflichtteilsberechtigter wählen,

- ob er den zugewandten Erbteil mit allen Belastungen annimmt oder
- seinen Erbteil ausschlägt und den Pflichtteil verlangt

Ein Ehegatte, der nicht Gütertrennung vereinbart hatte, kann immer die Erbschaft ausschlagen. Er kann dann wie bei einer Scheidung den Zugewinnausgleich von den Erben verlangen und darüberhinaus seinen Pflichtteil.

Sie merken schon, die Problematik ist kompliziert. Lassen Sie sich lieber beraten, bevor ein Fehler passiert, der nicht wieder repariert werden kann.